Gipsy und gute Bildung
Wo “Zigeuner” kein Schimpfwort ist
Am 8. April war “Internationaler Tag der Roma“
Menschen spazieren bei schönstem Frühlingswetter durch die Fußgängerzone in Lom, die Cafés sind gut gefüllt: Roma sitzen neben Bulgaren. Das Café “Elena” gehört Veselka Asenova – auch sie gehört zu den Roma. Für ihre Gäste, zum größten Teil Bulgaren, sei ihre Abstammung nicht wichtig, erzählt sie. “Ich fühle mich hier überhaupt nicht diskriminiert. Ich habe sehr viele bulgarische Freunde.”
Ein friedliches Miteinander
Roma sind in weiten Teilen Südosteuropas nicht integriert
In Bulgarien ist das etwas Besonderes, denn oft werden Roma aus der Gesellschaft ausgegrenzt. Dass das in Lom anders ist, liegt vor allem an einer engagierten Gemeindepolitik. Bürgermeisterin Penka Penkova setzt sich seit zwölf Jahren für die Roma-Gemeinde ein. “Wir werden oft tolerant genannt. Aber ich sage immer: Wir kümmern uns einfach um die Bedürfnisse der Leute und arbeiten mit den Roma-Vertretern zusammen”, erklärt sie. Die Roma lebten schließlich schon seit über 150 Jahren bei ihnen, sagt die Bürgermeisterin.
Nikolay Kirilov, einer der Vertreter der Roma-Gemeinde, hat vor 13 Jahren die Nichtregierungsorganisation “Roma Lom Foundation” gegründet. Damals habe er als Vorsitzender des Gemeinderates gesehen, wie unterschiedlich Roma und Bulgaren behandelt worden seien. “Die Schule mit vielen Roma-Schülern hat zehnmal weniger Geld bekommen als die Schule mit bulgarischen Schülern”, erinnert er sich. Gemeinsam mit den Behörden sei diese Ungerechtigkeit behoben worden, sagt Kirilov. Bildung für alle wird seitdem in der Gemeinde groß geschrieben.
Gemeinsam für eine gute Bildung
Im bulgarischen Lom funktioniert das Miteinander zwischen Roma und Bulgaren
In die Schule “Hristo Botev” im Viertel Mladenovo gehen vor allem Roma. Das Klassenzimmer ist bunt angemalt, Zeichnungen hängen an den Wänden. Eigentlich sind Ferien, doch Juliana ist trotzdem in der Schule: Sie bekommt Mathe-Nachhilfe von ihrer Lehrerin Bojanka Zvetanova. Julianas Eltern arbeiteten zurzeit in Deutschland, das Mädchen wohne bei ihren Großeltern, erzählt die Lehrerin. “Wer soll ihr zu Hause helfen? Aber es ist toll, dass die Oma das Kind zum Lernen hierher schickt.”
Gipsy
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